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Drehleiter offiziell in den Dienst übernommen

Turbulent begann die Feier zur Übergabe der neuen Drehleiter DLA (K) 23-12 am vergangenen Samstagnachmittag. Kurz nachdem die Veranstaltung offiziell beginnen sollte, eilten die Kräfte der Ortsfeuerwehr zu einem Gasaustritt in der Hafenstraße. Doch Ortsbrandmeister Christian Stahl ließ sich davon nicht abhalten, die Feier zu starten.

alt und neu

Zahlreiche Gäste aus Politik, Feuerwehr und Wirtschaft konnte er dazu begrüßen. So unterschiedlich die Festredner auch waren, hatten sie doch eines gemeinsam: Die Anschaffung der neuen Drehleiter stellt einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung im Stadtgebiet Nordenham und den umliegenden Gemeinden dar.

Zunächst sah es allerdings gar nicht gut für die Beschaffung der neuen Drehleiter aus. Die Situation im städtischen Haushalt ließ keine großen Spielräume für große Investitionen. So wurde die Investition in spätere Jahre verschoben und zuletzt war eine weitere Verschiebung geplant. Doch plötzlich musste alles ganz schnell gehen. Durch Umplanung im Haushalt waren 2014 die Mittel verfügbar. Dank vorlaufend begonnener Planungsarbeiten in einem eigens gegründeten Arbeitskreis konnte das Fahrzeug schnell ausgeschrieben und bestellt werden.

Das neue Fahrzeug in den Einsatzdienst zu übernehmen, bedeutet aber auch Abschied vom Vorgänger zu nehmen. Die 29 Jahre stets zuverlässige Leistung wurde durch die Kameraden während einer kleinen Tanzeinlage gewürdigt und gleichzeitig die spannende Erwartung auf das neue Einsatzfahrzeug noch erhöht. Als es dann plötzlich soweit war und die gelüftete Plane die Sicht freigab, hatten die Gäste selbst die Möglichkeit, sich einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit und Ausrüstung des Fahrzeuges zu verschaffen.

Darunter sind einige technische Finessen, die das Fahrzeug dem Vorgängermodell deutlich überlegen machen. Zur Menschenrettung fasst der Korb neben seinem Bediener noch bis zu vier weitere Personen. Das schnelle Retten vieler Personen wird durch eine Wegspeicherung unterstützt. Der Korb kehrt dann automatisch wieder an den gespeicherten Ort zurück.

Auch schwergewichtige Menschen mit bis zu 300 kg können in einer Trage liegend aus Höhen und Tiefen transportiert werden. Die Vielfallt der zu bewältigen Rettungseinsätze beginnt im Unterflurbetrieb und erstreckt sich in Höhen von mindestens 22 m. Durch die Leiterlänge von 32 m können auch noch höhere Orte angefahren werden. Dabei ist die ablenkbare Spitze des Leiterparks in jedem Fall ein besonderer Vorteil. Mit ihr können auch Orte erreicht werden, die mit der alten Drehleiter als unzugänglich galten. Zum Beispiel können Dachfirste überfahren oder die Dachhaut in eng bebauten Straßen mit flachen Dächern erreicht werden.

Für die Brandbekämpfung steht neben einem Hohlstrahlrohr ein Wasserwerfer (Monitor) zur Verfügung. Dieser wird elektronisch angesteuert und kann bis zu 1600 l/min Wasser oder Schaum abgeben. Zum Belüften von Gebäuden kann ein elektrischer Lüfter am Korb angebracht werden.

Auch weitere technische Hilfeleistungen lassen sich mit dem modernen Fahrzeug durchführen. Zur Beseitigung von Ästen und Bäumen, die drohen Schäden zu verursachen, stehen drei Motorkettensägen und entsprechende Schutzkleidung bereit. Lasten bis zu 4000 kg lassen sich mit der Leiter anheben. Für eine ausreichende Beleuchtung an der Einsatzstelle sorgen mehrere LED-Scheinwerfer. Die Versorgung mit Strom übernimmt neben dem Fahrzeug ein 14 kVA starker Stromerzeuger. Neben diesem Aggregat lassen sich auch alle anderen Geräte vom Korb oder Bedienstand aus zentral steuern.

Die Menge an Vielfalt, Technik und Schnelligkeit erfordert auch eine umfangreiche Ausbildung. Sieben Multiplikatoren wurden zunächst zwei Tage von der Fa. Rosenbauer geschult. Über vier Wochen gaben sie ihr Wissen an die Drehleitermaschinisten der Ortsfeuerwehr weiter und vertieften ihre Erfahrungen mit dem komplexen Gerät. Dafür standen fast täglich verschiedene neue Aufgaben auf dem Programm, die in Kleingruppen geübt wurden.

Mit diesem modernen Fahrzeug hat die Stadt Nordenham eine richtungsweisende und langfristige Investition in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ihrer Stadt getätigt. Dafür gilt ihr unser außerordentlicher Dank! Ebenfalls gilt besonderer Dank für die finanzielle Unterstützung dem Landkreis Wesermarsch, der sich an der Beschafung der Drehleiter mit etwa 210.000 € beteiligt und der Öffentlichen Versicherung für ihre Spende über 15.000 €.

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